Tagungsprogramm „Retrospektiven, Perspektiven & Synergien einer Historischen Berufsbildungs- & Wissenschaftsforschung“ (02.09.-04.09.2019)

Wissenschaftliche Disziplinen etablieren sich durch einen Entwicklungsprozess von forschenden Erkundungen einzelner Personen hin zu Erkenntnisgemeinschaften. Dieser Prozess erfolgt im Wechselspiel von gesellschaftlich-historischer Praxis, wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn und politischer Durchsetzung. Eine Aufgabe etablierter wissenschaftlicher Disziplinen ist es, sich ihrer Grundlagen zu vergewissern. Für die (Allgemeine) Erziehungswissenschaft geschieht dies vornehmlich in der Kommission Wissenschaftsforschung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). In der erziehungswissenschaftlichen Teildisziplin Berufs- und Wirtschaftspädagogik (BWP) erfolgt diese Selbstvergewisserung bislang allenfalls sporadisch.

Die Auseinandersetzung mit der disziplinären Entwicklung sowie der inneren und äußeren Differenzierung der BWP als erziehungswissenschaftliche Teildisziplin mutet auf der einen Seite erst einmal selbstreferenziell und eng an. Auf der anderen Seite eröffnet die BWP mit ihrer vielgestaltigen Theorie-, Referenz- und Forschungslandschaft sowie den darin enthaltenen Schulen und paradigmatischen Orientierung reichhaltige Perspektiven und ggf. Synergien für historisch und empirisch arbeitende Erziehungswissenschaftler*innen. Zudem gibt die Aufarbeitung der disziplinären Geschichte Hinweise für die Weiterentwicklung der Forschung und Lehre und deckt ihre Verwobenheit mit Wirtschaft und Politik auf.

Für diese vielfältigen Perspektiven möchten wir auf unserer Tagung einen Kommunikationsraum bereitstellen und Kolleg*innen der Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik wie der Kommission Wissenschaftsforschung aller paradigmatischen Orientierungen einladen, diesen Raum mit uns zu teilen und mit offenen, anregenden und Perspektiven erweiternden Diskursen zu füllen sowie Synergien einer potentiell fruchtbringenden Verbindung dieser beiden Forschungsnetzwerke auszuloten.

Das Tagungsprogramm kann hier eingesehen werden.

Franz Kaiser & Mathias Götzl


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