Aktivitäten des Instituts für Berufspädagogik in 2017


Liebe Studierende der Berufspädagogik, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Projektpartner,

wir wünschen Euch und Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen gelungenen Start ins kommende Jahr 2018. Wir haben zum Jahresausklang einen Weihnachtsausflug im Team in den Barnstorfer Wald in Rostock unternommen und zum ersten Mal Frisbee-Golf gespielt mit anschließender Einkehr. Mit unseren Studierenden gab es ein vorweihnachtliches Treffen, in dem sich alle Berufspädagogikstudierenden über die unterschiedlichen Semester kennenlernen und Anregungen für die Studienorganisation geben konnten.

Für uns geht ein schönes und arbeitsreiches Jahr 2017 zu Ende, in dem wir weitere neue MitarbeiterInnen am Institut begrüßen konnten (Dr. Philipp Struck, Sandra Kley), eine internationale Tagung mit eigenständiger Publikation ausgerichtet haben, das Projekt „Selfie“ zur Berufsorientierung in M-V gestartet ist, wir werbende Maßnahmen (Film) und Vernetzungen für das Berufspädagogikstudium (Innovationsnetzwerk Stifterverband) voranbringen konnten und die ersten Masterstudierenden begonnen haben. Des Weiteren konnten wir unsere Forschungsergebnisse auf Tagungen und Kongressen platzieren und publizieren. Regionale, bundesweite und internationale Vernetzungen entwickeln sich zu gemeinsamen Projekten.

Wir schauen zuversichtlich und gut gestimmt auf das kommende Jahr und wünschen allen Beteiligten Zuversicht und die nötige Gelassenheit und danken für die Unterstützung, die wir erfahren konnten.


Rostocker Professor überreicht Forderung des Stifterverbands der Wissenschaft zur Berufsbildung in Berlin

Insbesondere im gewerblich-technischen Bereich plagen alle Bundesländer erhebliche Nachwuchssorgen im Berufsschullehramt. Der „Tag der Bildung“ am 8. Dezember, eine Gemeinschaftsinitiative des Stifterverbandes der Wissenschaft, der SOS-Kinderdörfer und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, befasst sich deshalb auf der diesjährigen Hauptveranstaltung in Berlin mit dem Thema „Berufliche Bildung“. Auf Initiative des Stifterverbandes werden an diesem Tag von Professor Franz Kaiser von der Universität Rostock Forderungen zur Sicherung des Lehrkräftenachwuchses an den beruflichen Schulen an die Kultusministerkonferenz überreicht. Franz Kaiser verdeutlicht dazu in seinem Impulsvortrag im F.A.Z. Atrium in Berlin unter Anwesenheit von Elke Büdenbender, der Gattin des Bundespräsidenten, und der schleswig-holsteinischen Kultusministerin Karin Prien die Dringlichkeit der Qualifizierung von Berufsschullehrkräften. „Berufliche Bildung muss wieder als erste Wahl und gelungener Weg in das Erwerbsleben erkannt werden“, betont der Rostocker Wissenschaftler.

© DKJS/Piero Chiussi

Neue Veröffentlichung: „Widersprüche der Bildung kaufmännischer Angestellter“

Im Rahmen der Sonderausgabe bwp@ Spezial 14 zur Auseinandersetzung der Wirtschaftspädagogik mit dem „Ehrbaren Kaufmann“ ist ein Beitrag von Prof. Dr. Franz Kaiser erschienen. Der Beitrag befasst sich mit Sinn und Charakteristik kaufmännischer Tätigkeit und den Widersprüchen der Bildung von kaufmännischen Angestellten in einer Demokratie. Er steht zum kostenfreien Download in der deutschsprachigen Onlinezeitschrift „Berufs- und Wirtschaftspädagogik online (bwpat)“, neben weiteren Beiträgen zum Spannungsfeld von Bildung und Wirtschaft in der kaufmännischen Ausbildung zur Verfügung. Der Artikel diskutiert die Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaften und der Berufsforschung sowie den Wandel des Beschäftigungssystems vor dem Hintergrund eines kritischen Anspruchs der Berufsbildung.

„Es ist die klare Aufforderung zur Abkehr von ökonomistischen Denkweisen als Orientierungspunkte und die Zuwendung zur rationalen, intersubjektiv fundierten Aufklärung der Subjekte über die Verhältnisse. Dahinter verbirgt sich das alte, aber keineswegs überholte Programm der Aufklärung, mit dem Ziel durch Bildung zur Selbstermächtigung des Menschen und zur Beseitigung nicht legitimierter Autoritäten wie Geld, Macht und Erfolgsidealen beizutragen. […] Mündigkeit oder umfassende, nicht nur der eingeschränkten wirtschaftlichen Rationalität des Arbeitskontexts unterworfene Gestaltungsfähigkeit ist zum Bildungsziel der beruflichen Bildung im Rückgriff auf die Erkenntnisse kritischer Bildungstheorie zu machen“ (S.13)


Eröffnung der Internationalen Tagung zur Berufsbildungsforschung im August 2017 (Foto: Julia Tetzke/Uni Rostock)

Professor der Universität Rostock berät EU-Kommission zur Berufsbildungsforschung

Professor Franz Kaiser vom Institut für Berufspädagogik der Universität Rostock reist am 21. November 2017 auf Einladung der Europäischen Kommissarin für Beschäftigung, Soziales und Qualifikation Marianne Thyssen zur Europäischen Woche der Berufsqualifikationen nach Brüssel. Dort wird er im Auftrag der Kommission mit ausgewählten Berufsbildungsforschungsexpertinnen und -experten aus den Mitgliedstaaten die künftige Agenda der europäischen Berufsbildungsforschung beraten. Seine Schwerpunktexpertise liegt hierbei, aufgrund seiner Erfahrungen im Bundesinstitut für Berufsbildung, in der Steuerung der Berufsbildung. „Auf allen Ebenen der beruflichen Bildung stehen wir vor der Herausforderung, Veränderungen herbeiführen zu müssen, um auch die Attraktivität der Berufsausbildung zu erhalten. Umso wertvoller ist dabei die internationale Zusammenarbeit.“ hebt Professor Kaiser hervor.

Die europäische Vernetzung der Rostocker Berufspädagogik kam zuletzt auf der internationalen Konferenz zur Berufsbildungsforschung zum Tragen, die Professor Kaiser mit seiner Mitarbeiterin Susann Krugmann im August 2017 in Rostock ausgerichtet hat. Zur Konferenz mit dem Kernthema „Partizipation und soziale Dimension der Berufsbildung“ waren über 100 Forschende aus aller Welt nach Rostock gekommen, die im „International Research Network Vocational Education and Training (IRNVET)“ assoziiert sind, um hier bereits Vorüberlegungen zum Treffen in Brüssel zu beraten.

Mit dem Ruf von Professor Kaiser 2014 an die Universität Rostock begannen in Mecklenburg- Vorpommern die gewerblich-technische Berufsschullehramtsausbildung in den Fachrichtungen Elektro-, Metall-, Informationstechnik und Agrarwirtschaft sowie der Masterstudiengang für Berufspädagogik Gesundheit und Soziales in Kooperation mit der Fachhochschule Neubrandenburg. Im Jahr 2016 gründete Kaiser ein Institut für Berufspädagogik an der Philosophischen Fakultät, das die Studiengänge koordiniert und mit den beteiligten Fakultäten gemeinsam ausgestaltet.

Weitere Informationen zur Europäischen Woche der Berufsqualifikationen


Projekt SELFIE auf Jahrestagung des Berufsorientierungsprogrammes vorgestellt

Am 13./14.11.2017 trafen sich rund 480 Vertreter/innen der 16 Bundesländer zur 7. Jahrestagung des Berufsorientierungsprogrammes des Bundes. Unter dem Tagungsthema "Erleben – Erkennen – Handeln. Selbstwirksamkeit in der Berufsorientierung" fand ein intensiver Austausch zur Weiterentwicklung spezifischer Berufsorientierungsangebote für Jugendliche aller Schulformen statt.

Zielsetzungen und Umsetzung des SELFIE-Projektes standen im Mittelpunkt des Workshop 2 "Selbstreflexion in der schulischen Berufsorientierung". Eingeladen wurden Frau Dr. Claudia Kalisch (ipb, Universität Rostock), Liane Palatschek (Schulleiterin der Förderschule Jan-Amos Komensky, Barth), Dr. Mathias Schöpa (stellvertretender Schulleiter des Gymnasialen Schulzentrums Barth sowie Steven Oklitz (Berufsorientierungslehrer der Förderschule Jan-Amos Komensky, Barth) um über bereits Erreichtes sowie über Herausforderungen in der Gestaltung schulischer Berufs- und Studienorientierung zu berichten. Der systematischen Verzahnung der verschiedenen (schulischen) Berufsorientierungsmaßnahmen sowie der Implementation der "Potenzialanalyse" galt dabei besonderes Augenmerk.


Foto: Anja Klatt, Universität Rostock, 2017

Masterstudentin der Berufspädagogik erhält Deutschlandstipendium

Am 7. November 2017 überreichte Rektor Prof. Dr. Wolfgang Schareck im Rahmen einer Feierstunde in der Aula der Universität Rostock die Urkunden an die erfolgreichen Bewerber*innen um ein Deutschlandstipendium. Durch das Stipendium sollen leistungsstarke und engagierte Studierende unterstützt werden. Frau Christine Biensack, Masterstudentin am Institut für Berufspädagogik, war eine der 44 neuen Stipendiat*innen, die unter den 414 Neubewerbungen ausgewählt wurden. Die Finanzierung des Deutschlandstipendiums erfolgt in paritätischer Verteilung zwischen dem Bund und privaten Förderern. Frau Biensack wird durch die Evonik Stiftung unterstützt, welche neun weitere Deutschlandstipendien an der Universität Rostock finanziert. Wir gratulieren Frau Biensack und wünschen ihr weiterhin viel Freude und Erfolg im Studium.


Netzwerk der Wirtschaftspädagogik (1906–2017) auf Tagung der Kommission für Wissenschaftsforschung vorgestellt

Prof. Dr. Mathias Götzl und Patrick Geiser M. Ed. (Soziologisches Forschungsinstitut (SOFI) der Georg-August-Universität Göttingen) präsentieren erste Befunde zum Prozess der (universitären) Entstehung und Etablierung der Berufs- und Wirtschaftspädagogik als (erziehungswissenschaftliche) (Teil-)Disziplin(en) auf der Jahrestagung der Kommission für Wissenschaftsforschung „Wendungen und Windungen in der Erziehungswissenschaft“ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) am 5. Oktober in Göttingen. Ausgehend von einer (kollektiv-)biographischen und generationalen Analyse der Professor*innen der Wirtschaftspädagogik von 1906/23–2015/17 konnte u. a. ein erstes Netzwerk der Wirtschaftspädagogik vorgestellt werden. Eine Kooperation mit Vertreter*innen der Kommission für Wissenschaftsforschung ist geplant.

Jahrestagung der Kommission für Wissenschaftsforschung der DGfE in Göttingen (04.–06.10.2017)
Prof. Dr. Mathias Götzl und Patrick Geiser M. Ed. (SOFI der Georg-August-Universität Göttingen) auf der Jahrestagung der Kommission für Wissenschaftsforschung am 5. Oktober 2017 in Göttingen
Ausschnitt des Netzwerkes der Wirtschaftspädagogik (1906–2017)

ibp-Kollegen bei Sektionstagung vertreten

Die Jahrestagung der Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) findet in diesem Jahr unter dem Motto: „Orientierungsleistungen Berufs- und Wirtschaftspädagogischer Forschung für Bildungspolitik und Bildungspraxis“ an der Universität Stuttgart statt. Dr. Claudia Kalisch und Dr. Philipp Struck vom Institut für Berufspädagogik werden hier als Referenten in einem Symposium zur Berufsorientierungsforschung wirken.


Was hat Wirtschaft mit Bildung und Frieden zu tun?

Bildungskonzil der Wirtschaftskammer Niederösterreich leuchtet das Verhältnis aus.

In 12 Denk- und Experimentierräumen, die das Verhältnis aus der Perspektive von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft beleuchteten, fanden sich Menschen aus den unterschiedlichen Zusammenhängen zum Bildungskonzil auf dem Heldenberg bei Wien zusammen, um der Kammer Empfehlungen u.a. für die weitere Entwicklung des Bildungssystems zu geben. Es waren Unternehmer, Religions- und Friedensforscher, Schulinspektoren, Künstler, Lehrende unterschiedlicher Schulformen und Vertreter aus freien Bildungsorganisationen beteiligt.

Deren Ergebnisse wurden nach zwei Tagen intensiver Arbeit und Begegnung am Samstag, dem 9.9.2017, der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie sollen weiter ausgearbeitet und nach drei Monaten publiziert werden.

Auf Einladung der Wirtschaftskammer und von Prof. Tim Unger (Lehrstuhl für Berufspädagogik, RWTH Aachen), der für die Konzeption des Bildungskonzils verantwortlich zeichnet, beteiligte sich Prof. Kaiser vom ibp in den drei Tagen an der Kurie „Bildungsideale-Wirtschaft“

Es bestand am Ende Einigkeit, dass der Zustand des Friedens eine wesentliche Voraussetzung für Bildung ist, wie der Nahostkorrespondent El-Gawhary in seinem Impuls aufzeigte. Denn wenn Krieg herrscht werden Millionen von Kindern in der Nahostregion von Schule ausgeschlossen und nichts wünschen sich diese Kinder und deren Eltern mehr, als dass Bildung ihrer Kinder wieder möglich wird. Für die Situation in Österreich und Deutschland wurde deutlich, dass Bildung für Alle zugleich Frieden fördern kann, wenn sie zu einer demokratischen Gesellschaft beiträgt. Fördert sie die Sensibilisierung der Lernenden für sich und Andere so hilft sie die Furcht vor dem Fremden abzubauen. Für die Wirtschaft und Schule heißt dies, so ein Ergebnis, die fordernde Haltung gegenüber den Heranwachsenden abzulegen und stattdessen deren Fähigkeiten und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen zu entwickeln. Statt weiter an der Verfeinerung standardisierter Lernprozesse und deren Fremdüberprüfung und Messung zu arbeiten, sind individuelle Bildungswege zu ermöglichen und Fähigkeiten zur Selbststeuerung zu stärken. Die Weiterentwicklung der bereits vorhandenen Ansätze in den Wirtschaftsorganisationen zu einer partizipativen Führungskultur wird in diesem Kontext zum notwendiger Entwicklungsschritt im Hinblick auf die Stärkung der Individuen, der Demokratie und des Friedens.


Raumbezogene Berufschullehrerstudie (BeQua-Strategie M-V 2020) findet Interesse auf Europäischem Kongress in Kopenhagen

Das europäische Berufsbildungsforschungsnetz (VETnet) ist seit Jahrzehnten eines der größten Forschungsnetzwerke der europäischen Vereinigung erziehungswissenschaftlicher Forschung (EERA) und veranstaltet im Rahmen der jährlichen Konferenzen (ECER) ein Tagungsprogramm, daß aktuellen Forschungsinitiativen in Europa und darüber hinaus mit wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionspanels Raum bietet.

Auf der diesjährigen Konferenz Ende August mit dem Titel „Reforming Education and the Imperative of Constant Change: Ambivalent roles of policy and the role of educational research” behandelte Prof. Dr. Kaiser die prekäre Situation der Versorgung deutscher Berufsschulen mit qualifizierten Lehrerkräften und stellte den Projektansatz für das Land Mecklenburg-Vorpommern vor. Es entspann sich eine angeregte Diskussion über die unterschiedlichen Qualifizierungsstrategien von Berufsschullehrkräften in den europäischen Ländern.

Auf der Website des Forschungsnetzwerkes lassen sich sämtliche Beiträge des Konferenzprogramms zur beruflichen Bildung finden.

Im Rahmen der dortigen Mitgliederversammlung bedankte sich das VETnet board nochmal nachdrücklich beim Institut für Berufspädagogik der Universität Rostock für die gelungene Tagung „Crossing boundaries“, die eine Woche zuvor stattgefunden hatte und wünschte Prof. Kaiser und Prof. Marhuenda (Universität Valencia) ein gutes Gelingen für die Folgekonferenz 2019 in Spanien.

Prof. Barbara Stalder (Schweiz) im Gespräch mit Prof. Lasonen (USA)
Das Forum des University Colleges Copenhagen
Prof. Allais-Matseleng (Südafrika)

Evaluationsteam des Bundesprogramms zur Berufsorientierung trifft sich am ibp

© ITMZ | Universität Rostock

Am 24. und 25. August 2017 finalisierten Dr. Jörn Sommer (InterVal GmbH), Prof. Dr. Günter Ratschinski (Leibniz Universität Hannover), Christoph Eckhardt (qualiNETZ) und Dr. Philipp Struck (Universität Rostock) den Abschlussbericht der Evaluation des BMBF-Programms zur „Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten“ im Institut für Berufspädagogik (ibp) der Universität Rostock.

Vor dem Hintergrund, dass Schulabgängern klare Berufsvorstellungen fehlten, das Berufswahlspektrum eingeschränkt war und zu viele Ausbildungen abgebrochen wurden, entschied das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits im Jahres 2007 die Entwicklung eines Berufsorientierungsprogramms (BOP). Die Förderung Jugendlicher in den überbetrieblichen oder vergleichbaren Berufsbildungsstätten im Rahmen des BOP umfasst zwei Angebote im außerschulischen Lernort: Die Potenzialanalyse und die Werkstatttage. Nach Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden bis Anfang 2017 Zuschüsse in Höhe von rund 480 Millionen Euro für das BOP bewilligt und im Zeitraum 2008 bis Sommer 2018 über 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler erreicht.

Im Jahr 2013 beauftragte das BIBB das Untersuchungsteam, bestehend aus der InterVal GmbH, der Leibniz Universität Hannover (Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung) und der qualiNETZ GmbH, mit der Evaluation des BOP. Durch eine Projektlaufzeit von 2013 bis zum Sommer 2017 wurde eine Verlaufsbefragung (Panel) von Schülerinnen und Schülern über mehrere Klassenstufen hinweg bis zu den ersten Übergängen in Ausbildung durchgeführt und auswertet.

Dr. Philipp Struck, der zu Evaluationsbeginn noch an der Leibniz Universität Hannover beschäftigt war, wechselte im April 2017 an die Universität Rostock. Um die begonnenen Evaluationsarbeiten erfolgreich zu beenden, arbeitete er auch nach seinem Wechsel an die Universität Rostock weiterhin an der Auswertung mit. Im Herbst diesen Jahres wird der Abschlussbericht veröffentlicht.


Internationale Tagung zur beruflichen Bildung an der Universität Rostock erfolgreich gestartet

Vom 16. bis 18. August 2017 veranstaltet das Institut für Berufspädagogik (ibp) der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock gemeinsam mit dem Institut Technik und Bildung der Universität Bremen (ITB) die International VET-Conference 2017 (Internationale Tagung der beruflichen Bildung) mit dem Titel „Crossing Boundaries in Vocational Education and Training: Social Dimensions and Participation“. Möglichkeiten zur Förderung der Partizipation und sozialen Gerechtigkeit in und durch die berufliche Bildung werden in über 50 Forschungsbeiträgen diskutiert.

Die VET-Tagung, die erstmals an der Universität Rostock durchgeführt wird, lockt mehr als 100 interessierte Gäste in die Hansestadt. Neben europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus einem Dutzend Ländern, wurden Konferenzgäste aus Ägypten, Australien, Indonesien, Iran, Peru, Russland und Südafrika begrüßt. Die dreitägige Veranstaltung dient einem verstärkten internationalen Austausch und intensiven wissenschaftlichen Kooperationen zur beruflichen Bildung. Die Inhalte der Präsentationen umfassten neben der Lehrerbildung und Übergangsforschung, Themen wie Industrie 4.0, Lernprozessanalysen, Lernortkooperationen, Kommunikation und Jugend.

Prof. Dr. Franz Kaiser, Direktor des Instituts für Berufspädagogik, wies auf die hohe gesellschaftliche Bedeutung der beruflichen Bildung hin: „Die VET Conference 2017 in Rostock ermöglichte den Austausch über die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der beruflichen Bildung. Nur eine am Menschen orientierte berufliche Bildung leistet einen wichtigen Beitrag soziale Grenzen zu überwinden, um Partizipation und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Diese Ziele können nur erreicht werden, wenn wir auf allen Ebenen der beruflichen Bildung Veränderungen einleiten. Nationale Grenzen im Austausch unserer Forschungs- und Entwicklungsbeiträge zu überwinden leistet dazu eine bedeutsame Unterstützung.“

Prof. Franz Kaiser präsentiert den Tagungsband (Foto: Katharina Priebe)
Eröffnung der internationalen Tagung "Crossing Boundaries in VET" (Foto: Julia Tetzke)
Diskussionsbeitrag von Bharat Lohami (Indien) (Foto: Katharina Priebe)

Film zum Studienziel BerufsschullehrerIn fertiggestellt

Um allen Interessierten einen kurzen Einblick sowohl in die praktische Arbeit von BerufschullehrerInnen   als auch über das Studium der Berufspädagogik an der Universität Rostock gewähren zu können wurde in den letzten Wochen ein Werbefilm erstellt. Wir freuen uns ihn nun präsentieren zu können:

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Privacy.


Film: Studierende helfen jungen Flüchtlingen beim Berufseinstieg

Dieser Ausschnitt aus dem Rückblick auf den Monat Juni 2017 der Universität Rostock zeigt das Kooperationprojekt des Instituts für Berufspädagogik und der AWO zur Berufsorientierung für Geflüchtete und AsylbewerberInnen. Mehr hierzu erfahren Sie auch hier.


Schwedische Berufsbildungsexpertin zum Beratungsbesuch am ibp

Ende Juni besuchte Sylvia Tutzauer Lindqvist von der zentralen schwedischen Schulbehörde (Skolverket) das ibp und sprach mit Prof. Dr. Kaiser und Martin French zu Entwicklungen in der beruflichen Bildung in Schweden.

Hierbei kamen insbesondere die aktuellen Ansätze in Schweden zur Dualisierung der beruflichen Bildung in der Ausbildung im Kontext der „Lärlingsutbildning“ zur Sprache, die von Frau Tutzauer Lindqvist am Skolverket verantwortet wird. Weitere Themen waren die aktuellen Herausforderungen, die mit der hohen Flüchtlingszahl in Schweden einhergehen, die Lehrerausbildung für berufliche Schulen sowie die Frage der angemessenen Sicherstellung beruflicher Bildung in ländlichen Räumen. Die Beratung steht im Kontext zur Studie zum schwedischen Berufsbildungssystem, die gerade von Martin French und Prof. Franz Kaiser verfasst wird (siehe auch hier).


Presentation at the VI. International Conference & Research Workshop in Stockholm (May 2017)

Related to the Study about the Swedish VET System by order of the BIBB Prof. Kaiser was invited to speak at the International VET-Conference at Stockholm University. The paper he presented is discussing the VET System in Sweden from a german perspective. Engaged in the study are some Swedish experts from administration, politic and research and Martin French from the Chair of Business, Economics and Entrepreneurship Education at the University of Rostock.

The presentation can be downloaded here.


Erste Studierendenbefragung des ibp im Sommersemester 2017

Im Sommersemester 2017 hat das Institut für Berufspädagogik (ibp) erstmals eine eigene Studierendenbefragung durchgeführt. Die Befragung dient der Erfassung der Studienbedingungen, Studienorganisation und Studierbarkeit und bildet einen Grundstein zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre. Insgesamt ergab sich in der Tendenz aller Items eine positive Bewertung der Studienbedingungen, Studienorganisation und Studierbarkeit am ibp. Die Studierendenbefragung soll zukünftig jährlich im Sommersemester durchgeführt werden. Im Fokus der Befragung standen folgende Inhalte:

  • Beratungsangebot des ibp
  • Studienbedingungen in der Berufspädagogik
  • Studienbedingungen im Erstfach
  • Studienfortschritt
  • Allgemeine Studienzufriedenheit

Potenzialanalysen in der Schule – ein Ansatz, um schulische Berufs- und Studienorientierung zu verbessern?

Am Mittwoch, dem 14. Juni 2017, ist Dr. Claudia Kalisch zu einem Gastvortrag in das Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat) an die Europa-Universität-Universität Flensburg eingeladen. Gegenstand ihres Vortrages wird u.a. eine Analyse aktueller Herausforderungen schulischer Berufs- und Studienorientierung sowie die Konturierung gegenwärtiger Entwicklungen in diesem Handlungsfeld in Mecklenburg-Vorpommern sein. Zudem gibt sie einen Einblick in das kürzlich gestartete Projekt "Potenzialanalyse M-V".


Studierende helfen jungen Flüchtlingen beim Berufseinstieg

Im Sommersemester 2017 hat das Institut für Berufspädagogik (ibp) zusammen mit dem Jugendmigrationsdienst der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Rostock das Kooperationsprojekt „Lernen durch Engagement“ durchgeführt, bei dem Studierende junge Menschen mit Fluchthintergrund bei der Berufswahlentscheidung und der Praktikumsplatz- bzw. Ausbildungsplatzsuche unterstützt haben.

An dem Seminar „Lernen durch Engagement – Zur Berufsorientierung auf der Grundlage biographischer Fallrekonstruktion von jungen Menschen mit Migrationshintergrund“, unter der Leitung von Prof. Dr. Mathias Götzl und Dr. Philipp Struck, nahmen zehn Lehramtsstudierende teil. Die Lehrveranstaltung verbindet hochschulische Lehr-Lern-Prozesse mit gesellschaftlichem Engagement in der beruflichen Integrationsförderung. Die Studierenden sollten u. a. einen Überblick über die berufliche Integrationsförderung und eine spezifische Zielgruppe im Besonderen gewinnen, für Problemlagen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sensibilisiert werden und zugleich, biographische Fallrekonstruktion kennenlernen und Lösungsansätze entwickeln.

Gleichermaßen konnten auch die jungen Menschen mit Fluchthintergrund vom Projekt profitieren: Sie knüpften Kontakte mit gleichaltrigen Menschen aus der Region, gewannen zusätzliche Einblicke in das (Berufs-)Bildungssystem und erhielten eine individuelle Unterstützung im Rahmen des Ausbildungscoachings (insb. biographische Arbeit für die Berufsorientierung, Erstellung von Lebensläufen und weiteren Bewerbungsunterlagen).Hierfür wurden die individuellen Stärken und Kompetenzen der jungen Menschen mit Fluchthintergrund herausgearbeitet.

Vom positiven Erfolg des Projekts ist Tilo Segert von der AWO überzeugt: „Als besonders lohnend und gelungen empfand ich schon während des Projektes „Lernen durch Engagement“ die Begegnung zwischen den deutschen Studierenden und den geflüchteten Jugendlichen. Junge Menschen mit Fluchterfahrung haben oft Schwierigkeiten mit gleichaltrigen Einheimischen in Kontakt zu kommen oder Freundschaften zu knüpfen. Durch das Projekt wurde dies ermöglicht. Die Studierenden der Universität Rostock konnten sie nicht nur zur Teilnahme an unserem Berufsorientierungs-Kurs mit ihrer Präsenz motivieren, sondern auch gezielt Bewerbungsunterlagen mit ihnen für den weiteren beruflichen Werdegang anfertigen und sie somit ermutigen einen wichtigen Schritt zu einer gelingenden Integration zu machen.“ Für das kommende Wintersemester ist deshalb eine Fortsetzung des Projekts geplant.

Fotos: © ITMZ | Universität Rostock


Workshop: Wirtschaftsdidaktisch-orientierte Unterrichtsforschung

Am 18. und 19.05.2017 trafen sich zwei Tage lang Wirtschaftsdidaktiker der Universitäten Hamburg, Hannover, Kassel, Köln, Kiel, Magdeburg, und Rostock an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg um über aktuelle Themen, Probleme und Perspektiven einer wirtschaftsdidaktisch-orientierten Unterrichtsforschung zu diskutieren und gemeinsame Forschungsperspektiven auszuloten. Die Initiative von Prof. Dr. Robert W. Jahn (Universität Magdeburg) und Prof. Dr. Mathias Götzl (Universität Rostock), die im vergangenen Jahr mit einem gemeinsamen Workshop in Magdeburg begann, soll in den kommenden Jahren fortgesetzt und intensiviert werden. Weitere Netzwerktreffen und erste gemeinsame Projekte zur Weiterentwicklung der fachdidaktisch-orientierten Unterrichtsforschung sind in Planung.


Workshop zu Herausforderungen und Lösungsansätzen für Lehramtsstudiengänge für berufliche Schulen

Auf Initiative des Instituts für Berufspädagogik der Universität Rostock arbeiteten Hochschullehrende von mehr als einem Dutzend berufspädagogischer Studienstandorten zu Herausforderungen und Lösungsansätzen für die Lehramtsstudiengänge für berufliche Schulen in einem Workshop im Rahmen der 19. Kölner Hochschultage zusammen. Mehr erfahren Sie hier.


Forum berufliche Fachdidaktik

Am 9. und 10. März 2017 trafen sich erstmals Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Hochschulen und beruflicher Fachrichtungen in Rostock zu einem Austausch zu gegenwärtigen Konzepten der fachdidaktischen Ausbildung von Berufsschullehrkräften. Mehr erfahren Sie hier.


Plädoyer für stärkere Verankerung der Nachhaltigkeit in der Berufsbildung

Im Schwerpunktheft des biwifo reports der Gewerkschaft VerDi plädiert Prof. Dr. Franz Kaiser für eine stärkere Verankerung der Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung.

Insbesondere die soziale Dimension und die Widersprüche zwischen Wachstumsorientierung der Wirtschaft und Nachhaltigkeit müssten dort stärker zum Tragen kommen.

Der Beitrag geht zurück auf den Vortrag von Prof. Kaiser zum Nachhaltigkeitskongress des BMBF im Juli des vergangenen Jahres. (siehe auch hier)


neues Projekt "Selbsterkundung und Förderung individueller Entscheidungen"

Die Förderung der Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ist zentrales Ziel des Projekts "Selbsterkundung und Förderung individueller Entscheidungen" (SELFIE). Die Projektleitung hat Frau Dr. Claudia Kalisch am Institut für Berufspädagogik in Kooperation mit dem ZLB der Universität Rostock. Gefördert wird es aus Mitteln des BMBF. 
In den nächsten zweieinhalb Jahren wird ein Verfahren zur Durchführung der "Potenzialanalyse" in den Jahrgangsstufen 7, 8 und 9 an allgemeinbildenden Schulen entwickelt.  Das Vorhaben ist eingebettet in das Schulmodellvorhaben "Integrierte Berufsorientierung" des Landes Mecklenburg-Vorpommern, welches unter der Federführung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (MBWK) steht und in das 21 allgemeinbildende Schulen des Landes involviert sind. 
Die Auftaktveranstaltung erfolgte am 28. Februar 2017 in Schwerin mit einem Impuls der Bildungsministerin, Birgit Hesse, die den "Startschuss" in das Modellvorhaben gegeben hat.


"Berufs- und Studienorientierung" auf der Winterakademie 2017

Erstmalig ist das Thema "Berufs- und Studienorientierung" Bestandteil der Winterakademie des Instituts für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Das Fortbildungsangebot richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer allgemeinbildender Schulen des Landes. Frau Dr. Claudia Kalisch ist Mit-Organisatorin und Referentin im gleichnamigen Forum am 7. Februar 2017. Informationen zur Winterakademie finden Sie hier.


New member of the Editorial Advisory Board of "IJRVET"

Prof. Franz Kaiser has been invited to join the Editorial Board of "IJRVET". The International Journal for Research in Vocational Education and Training is a double-blind peer-reviewed Journal for VET-related research. The articles of the three issues per year can be accessed online.


Beiträge in K. F. Potts (Hrsg.) „Berufsbiographien von Handelsschullehrern des 19. Jahrhunderts“ (2017)

Prof. Dr. Mathias Götzl veröffentlicht drei Biographien in der neuen Auflage von Klaus Friedrich Potts „Berufsbiographien von Handelsschullehrern des 19. Jahrhunderts. 2te stark vermehrte Auflage der „Bausteine“ einer Geschichte des kaufmännischen Vollzeitschulwesens. In den Beiträgen widmet sich Mathias Götzl den drei Handelsschulpionieren des 19. Jahrhunderts, Eduard Gottlieb Amthor (1820–1884), Ernst Wilhelm Arnoldi (1778–1841) und Friedrich Gottlieb Becker (1792–1865).


Beitrag im Sammelband „Der „fachdidaktische Code“ der Lebenswelt- und / oder (?) Situationsorientierung“ (2017)

Gemeinsam mit Prof. Dr. Robert W. Jahn (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) veröffentlicht Prof. Dr. Mathias Götzl einen Beitrag im Sammelband „Der „fachdidaktische Code“ der Lebenswelt- und / oder (?) Situationsorientierung. Fachdidaktische Zugänge zu sozialwissenschaftlichen Unterrichtsfächern sowie zum Lernfeldkonzept“. In ihrem Beitrag entwerfen Mathias Götzl und Robert Jahn „eine […] theoretische Skizze zum interdependenten Verhältnis der subjektiven und intersubjektiven Perspektiven auf Lebenssituationen. […] Mit ihrem Modell skizzieren sie die Möglichkeit, die Situationsorientierung integrativ mit dem Wissenschaftsprinzip und dem Persönlichkeitsprinzip zu koordinieren. Dabei bildet die Situationsorientierung die Gelenkstelle zwischen dem lernenden Subjekt (Persönlichkeitsorientierung) auf der einen Seite und den intersubjektiven Perspektiven, die u. a. von den Wissenschaften generiert werden (Wissenschaftsprinzip), auf der anderen Seite. […] Wenn wir das Modell von Götzl und Jahn – ebenso radikal wie subjektorientiert – weiterdenken, dann bedeutet dies, dass die Relevanzkriterien Hilfestellungen zur Beantwortung der Fragen anbieten sollten, welche Möglichkeiten vorhanden sind, die Wahrnehmungs- und Konstruktionskapazität beim Lernenden freizusetzen und zugleich transparent zu machen.“ (Fischer, 2017, 15 f.)


Article on Business and Administration Occupations

Together with his colleagues Silvia Annen and Michael Tiemann, Franz Kaiser published an article on the requirements and mentalities of different Business and Administration Occupations.

Kaiser, Franz; Annen, Silvia; Tiemann, Michael: Business and Administration Occupations – Findings About Differences and Similarities in Their Requirements and Mentalities. In: Pilz, Mathias (edit.):  Vocational Education and Training in Times of Economic Crisis. Lessons from Around the World. Berlin, New York 2017, pp. 389-406.

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